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Typische Festmachanordnungen
Konventionelle Festmacherleinen bestehen aus HT-Fasern (HAT = High Tenacity) mit elastischem Dehnungsverhalten, beispielsweise aus Polyamid (PA), Polyester (PES) oder BiPo-/Polyolefin-Polyester-Mischungen. Diese Materialien ermöglichen es, die im festgemachten Zustand auftretenden Kräfte sicher aufzunehmen und gleichzeitig eine zuverlässige Festmacherverbindung aufrechtzuerhalten.
Der Einsatz eines Vorläufers / Reckers trägt zum Schutz der eigentlichen Festmacherleine bei. Da ein Großteil der auftretenden Kräfte vom Vorläufer aufgenommen wird, unterliegt dieser auch dem größten Verschleiß. Als separate Komponente kann er jedoch vergleichsweise einfach und kostengünstig ersetzt werden. Insbesondere bei größeren Schiffen ist dieses Konzept daher von Vorteil.

Worauf bei der Umstellung von einem HT- auf ein HM-Festmachersystem zu achten ist
Da HM-Leinen bei gleicher Festigkeit einen kleineren Durchmesser aufweisen als vergleichbare HT-Leinen, sind bei der Umstellung auf ein HM-basiertes Festmachersystem einige Aspekte zu berücksichtigen. Dabei müssen die Safe Working Loads (SWL) der vorhandenen Poller und Fairleads ebenso beachtet werden wie die Frage, ob die Abmessungen von Fairleads, Pollern, Spillköpfen, Winden und anderer Decksausrüstung weiterhin zum neuen System passen.
Da HM-Seile höhere Flächenpressungen erzeugen, ist es außerdem unerlässlich, sämtliche Kontaktflächen vor der Installation eines neuen Systems zu überprüfen und gegebenenfalls vorzubereiten. Nur so wird sichergestellt, dass die Oberflächen ausreichend glatt sind und die neuen Leinen weder hängen bleiben noch durch Scheuern beschädigt werden. Dies trägt entscheidend dazu bei, ihre Lebensdauer zu maximieren.
Warum Vorläufer bei uns Recker heißen
Vorläufer werden in Festmachersystemen als Verschleißkomponente eingesetzt und beispielsweise mittels Ankerstich (Cow Hitch) mit der Hauptfestmacherleine verbunden – oder noch besser mit dem GeoLink Softschäkel von Gleistein.
Vorläufer nehmen aber auch den Großteil der Stoßbelastungen auf und schützen damit die minimal dehnenden und wesentlich teureren Hauptfestmacherleinen vor vorzeitigem Verschleiß. Entscheidend für ihre Leistungsfähigkeit sind ein geeignetes Maß an Elastizität, hohe Abriebfestigkeit und gute Spleißeigenschaften. Darüber hinaus sind geringes Gewicht und Schwimmfähigkeit in Seewasser für eine einfache Handhabung von Vorteil.
Als Marktstandard haben sich inzwischen Vorläuferlängen von 11 oder 22 Metern etabliert. Nach OCIMF MEG4 sollte die gespleißte Mindestbruchkraft (MBL) eines Vorläufers 125–130 % der Ship Design MBL betragen. SOLAS schreibt dieses Verhältnis nicht ausdrücklich vor, verlangt jedoch, dass die Auslegungsbruchkräfte aller Komponenten innerhalb des für das Festmachersystem definierten Bereichs liegen.
FLX Mooring System – Premium-Festmachersystem mit Wirtschaftlichkeitsvorteil
Das FLX Mooring System kombiniert eine äußerst langlebige Hauptfestmacherleine mit geringer Dehnung auf der Basis von Dyneema® mit einem hochwirksamen Vorläufer / Recker, der als Verschleißkomponente fungiert.
Die leichte und kompakte Hauptleine erreicht eine um ein Vielfaches längere Lebensdauer als ein konventionelles Festmacherseil. Die schmutzige Arbeit übernimmt der Vorläufer bzw. Recker: Er absorbiert die Stoßbelastungen, verschleißt ähnlich wie ein klassisches Festmacherseil und bildet lediglich die letzten Meter des Gesamtsystems. Dadurch kann er schnell und kostengünstig ausgetauscht werden.
Auf diese Weise amortisiert sich die höhere Anfangsinvestition nach wenigen Austauschzyklen. Die erheblichen Einsparungen bei Gewicht und Platzbedarf sowie die deutlich einfachere Handhabung kommen dagegen vom ersten Einsatztag an zum Tragen.
