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Wie alles begann ...

Eine Geschichte der Verbundenheit

Als Kapitän Gleistein 1824 in Bremen Vegesack eine Tauwerkfabrik gründete, waren Seile einfach Seile.
Seitdem hat sich fast alles verändert.

Heute ist aus der einfachen Fabrik das älteste industrielle Familienunternehmen Bremens geworden und unsere Lösungen sind das Versprechen einer perfekten Verbindung. Der Name Gleistein steht für hochwertiges Tauwerk, das sich international und in verschiedensten Märkten erfolgreich behauptet.

Geforscht, entwickelt und produziert wird in zwei der weltweit modernsten Produktionsbetriebe auf insgesamt über 21.000 m2 Fläche in Bremen und Trencin, Slowakei. Aus einem Zulieferbetrieb der norddeutschen Werftindustrie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist eine global agierende, breit aufgestellte Firmengruppe geworden, die technologisch mit an der Weltspitze steht und in vielen Bereichen Marktführer ist.

Bis heute geblieben ist der Geist der immerwährenden, nachhaltigen Erneuerung. Die Selbstverpflichtung zu Beweglichkeit, Tempo und Fortschritt ist ein Paradigma unserer Zeit und erschwert den Blick in die Vergangenheit. Gleichzeitig ist die Geschichte das Fundament auf dem die Zukunftsfähigkeit des ältesten industriellen Familienunternehmen Bremens beruht.

Wir wagen deshalb einen Rückblick auf die 200-jährige Geschichte in bewegten Zeiten.

 

2021

Gleistein rüstet die Dänische National­mannschaft aus

... und Anne-Marie Rindom gewinnt die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio. Bereits 2017 wurde das Team für die Olympiade in Rio von Gleistein ausgerüstet und auch 2024, bei den Olympischen Spielen in Frankreich, wird Gleistein wieder mit an Bord sein. 

2021

L’Arc de Triomphe, Wrapped

Eines der spannendsten Kunstprojekte unserer Zeit wird in diesem Jahr Wirklichkeit: die Verhüllung des Arc de Triomphe in Paris. Gleistein konnte Christo und seine Frau Jeanne-Claude schon 26 Jahre zuvor, bei der Verhüllung des Reichstags, mit langjähriger Ingenieurserfahrung und präziser Arbeitsweise überzeugen. Deshalb wird das Unternehmen auch für diese Installation mit der Fixierung des Stoffs beauftragt. Gemeinsam mit dem Künstler wird alles bis zur kleinsten Falte geplant. Das leuchtend rote Seil, feuerhemmend ausgestattet und mit passenden Beschlägen versehen, ist das tragende Element der Kunstinstallation. Zwar verstirbt Christo 15 Monate vor der tatsächlichen Umsetzung des Projekts, dank perfekter Planung läuft aber alles wie am Schnürchen und die Installation wird zu einem Vermächtnis, das dem Künstler die gebührende Ehre erweist.

 

2020

GeoVersum – ein Ort der Inspiration 

Als ein ehemaliges Wohnhaus auf dem Firmengelände frei wird, nutzt Gleistein die Gelegenheit und errichtet eine bunte Denkfabrik am Bremer Hauptstandort. Einladende Räumlichkeiten in modernem Design und eine offene Küche bieten Raum für Begegnung und die Entstehung neuer Ideen. Die flexible Arbeitsumgebung mit Magnetwänden und Videokonferenzsystem kann für verschiedenste Formate angepasst werden. Weit weg von Konferenztischen und Büroatmosphäre gibt es hier einen Raum für Kreativität und Austausch, für GeoTalks und Tischgespräche oder ein After-Work-Bier. Außerdem entstehen drei individuell und liebevoll gestaltete Ruhe- und Gästeräume, damit sich alle Besucher bei der Gleistein-Familie wie zuhause fühlen.

2016

Alex Thomson Sailing

HUGO BOSS

Der britische Skipper Alex Thomson erreicht den zweiten Platz bei der Vendée Globe 2016/2017 und startet auch 2020/2021 wieder mit Tauwerk von Gleistein.

2014

Umzug in der Slowakei

Gleistein hat den Umzug seines slowakischen Produktionsstandorts in Trencin abgeschlossen. Auch wenn das neue Gebäude bloß einen Steinwurf vom bisherigen entfernt ist, liegen Welten zwischen den gebotenen Möglichkeiten. Das Team genießt jetzt die Vorteile eines ebenerdigen, 11.000 m2 großen Komplexes in hellen, hohen Hallen. So entsteht noch mehr Raum für weiteres Wachstum und die Herstellung von erstklassigem Tauwerk Made in Europe. 

2014

FLX Mooring System

Es garantiert überragendes Handling durch sein geringes Gewicht, ist extrem leistungsfähig und benötigt kleinsten Raum an Bord: Das neue FLX Mooring System von Gleistein.

2011

Rainbow Warrior III wird von Gleistein ausgestattet

In diesem Jahr hat Gleistein die Ehre, das neue Kampagnenschiff von Greenpeace, die Rainbow Warrior III, auszustatten: Alles laufende Gut an Bord des Hightech-Motorsegelschiffs wird von dem Unternehmen zur Verfügung gestellt. Im Einsatz für Umweltschutz und Nachhaltigkeit umsegelt das hochmodern ausgestattete Schiff nun die Welt.

Ein Industrieunternehmen wie Gleistein hat besondere Verantwortung, wenn es um den Erhalt des Ökosystems geht und dessen ist sich die Geschäftsführung bewusst. Neben dem eigenen Einsatz des Unternehmens für Umweltschutz setzt Gleistein so ein Zeichen für globales Umweltbewusstsein.

2011

Neues Tauwerk-Prüflabor bei Gleistein

Eines der modernsten und am besten ausgestatteten Tauwerk-Prüflabore der Welt nimmt am Hauptstandort in Bremen seinen Dienst auf. Als führendes Unternehmen im Bereich der Tauwerkforschung und -entwicklung, sprengt Gleistein mit dem neuen Labor im wahrsten Sinne alle Dimensionen. Seine fast unendlichen Einsatz- und Einstellungsoptionen ermöglichen eine detaillierte Leistungsanalyse und die genaue Erforschung aller Seileigenschaften unter Realitätsbedingungen. Die neue Reißmaschine hat eine Kapazität von 300 Tonnen. Fast alle vorstellbaren Umwelteinflüsse und Belastungsszenarien können hier simuliert werden, um die Innovationen des Unternehmens noch weiter voranzutreiben.

2010

Gleistein wird offizieller Tauwerklieferant für TEAMORIGIN

 34th America´s Cup 2010

 

2008

Puma Racing: Volvo Ocean Race

Als offizieller Tauwerkausstatter von PUMA Ocean Racing liefere Gleistein das gesamte laufende Gut für PUMAs Volvo Open 70.

2007

BMW Oracle Racing

32th America´s Cup 2007

2002

Sieg der Illbruck beim Whitbread Round the World Race

In diesem Jahr triumphiert zum ersten Mal ein deutsches Boot beim Whitbread Round the World Race, dem Vorgänger des Volvo Ocean Race. Es ist eine Regatta die als härteste Herausforderung im Segelsport gilt. Das Siegerboot „Illbruck“ ist vollständig mit Tauwerk von Gleistein ausgerüstet. Das Regattatauwerk bringt rohe Naturgewalt und High-Tech zusammen: Mit überragenden Festigkeiten bei geringstem Gewicht und exzellenten Handlingeigenschaften.

1997

Aufbau einer Produktionsstätte in Trencin, Slowakei

Nach dem Mauerfall bröckeln die Preise und Gleistein beginnt an einem neuen Firmenkonzept zu arbeiten. Dem europäischen Gedanken entsprechend liegt es nahe, zum Aufbau der Wirtschaft auch im ehemaligen Machtbereich der Sowjetunion beizutragen. Gleichzeitig scheint der nicht mehr vorhandene Ostblock woanders günstigere Produktionsbedingungen zu ermöglichen. Rechtsunsicherheit, kulturelle Differenzen und die vorhandene Sprachbarriere erschweren aber den Aufbau einer ausgelagerten Fertigungsstätte. Der Kontakt zu Michael Sandrey, einem ehemaligen Textilingenieur Gleisteins aus der Tschechoslowakei, öffnet schließlich den Weg nach Osteuropa. Sandrey lebt in Trencin, einer Stadt in der Slowakei, die Sitz bedeutender Textilindustrien und einer textilen Hochschule ist. Dank seiner Hilfe entsteht dort Ende der 1990er Jahre eine zusätzliche Produktionsstätte.

1995

Verhüllter Reichstag

Kurz vor der Wende erreicht Gleistein eine ungewöhnliche Händleranfrage. Der Künstler Christo und seine Frau Jeanne-Claude planen die Verhüllung des Reichstags in Berlin. Nach dem Mauerfall gibt es endlich auch von Seiten der Politik die Zustimmung. Dank Offenheit und Fachkompetenz von Gleistein wird das Unternehmen schließlich unter allen Konkurrenten für den Auftrag ausgewählt. Ganze 15.600 Meter Seil werden für dieses Mammutprojekt benötigt. Um die genauen Anforderungen zu bestimmen, wird ein Modell gebaut und im Windkanal getestet. Gemeinsam mit dem Künstlerpaar wird der genaue Blauton festgelegt. Aufgeteilt in über 480 Einzelstücke, mit verschiedenen Seilenden ausgestattet und nach einem genauen Schema beschriftet, werden die Seile nach jahrelanger Vorbereitung schließlich verladen und nach Berlin transportiert. Alles ist perfekt geplant und der verhüllte Reichstag wird zu einem gefeierten Symbol der deutschen Wiedervereinigung. Selbstverständlich werden die Mitglieder der Gleistein-Familie zu einem Betriebsausflug eingeladen, um sich vor Ort selbst ein Bild ihrer Arbeit zu verschaffen.

1985

Hochmodulares Polyethylen

Jetzt gelingt es endlich Fasern aus Polyethylen herzustellen, die eine 100%ige Festigkeitsausnutzung aufweisen. Es ist der leistungsfähigste Rohstoff für verseilbare Fasern bis heute.

1980

Eröffnung des neuen Firmensitzes in Bremen Blumenthal

Eine herkömmliche Seilerbahn ist 400 Meter lang und 5 Meter breit. Sie an einen anderen Ort zu bewegen ist fast unmöglich. Trotzdem will Gleistein seinen Firmensitz in den 1970er Jahren nach Bremen Blumenthal verschieben. Deshalb ist eine andere Herstellungsmöglichkeit notwendig, die glücklicherweise zum richtigen Zeitpunkt entwickelt wird. Eine neue Maschinenkonstruktion ermöglicht die gleichen Fertigungsschritte aus jeweils „aufgewickelten“ Litzen und Seilen. Sie braucht wenig Raum und keine Seilerbahngebäude oder -vorrichtungen, was die Ortsauswahl für das neue Firmengelände erheblich erleichtert. Nach langen Sondierungsgesprächen führen Vertrauen und Zugeständnisse sowohl von Seiten des Landes Bremen als auch von Gleistein selbst schließlich zu einem Verlagerungsvertrag. Im Juni 1980 erfolgt mit großem Besucherandrang und allen Mitarbeitern die Firmeneröffnung am neuen Standort.

1974

Abschied von allen Naturfaserprodukten

In diesem Jahr erfolgt der endgültige Abschied von allen Naturfaserprodukten. Die ausgereifte Polyesterfaser beschäftigt die Flechterei von nun an weitestgehend mit Yachttauwerk und anderen technischen Leinen.

1973

Einstieg in den Yachtsport mit CUP Schot

Im Yachtsport sucht man nach Fallen, die eine drahtseilähnliche, niedrige Dehnung haben. Dank der neuen Versuchsbereiche im Hause Gleistein kann das Unternehmen die „CUP Schot“ entwickeln. Eine Leine, deren Kern aus parallelen Polyesterfasern besteht und damit keine Konstruktionsdehnung mehr besitzt. So kommt man der Forderung nach der drahtseilähnlichen Dehnung immer näher. Diese Entwicklung wird zum Auftakt für die Bildung eigener Produktmarken, beschrieben für spezielle Märkte, und die „CUP Schot“ ein voller Erfolg. So sind 1973 die drei deutschen Hochseeyachten, die den Admiral’s Cup ersegeln, ausnahmslos mit Yachttauwerk von Gleistein ausgerüstet.

1971

Hochmodulares Polyamid

Die ersten Kevlar®-Fasern kommen auf den Markt: modifizierte Polyamidfasern mit neuen Eigenschaften. Kevlar® ist die erste Faser, die es ermöglicht drahtseilähnliche Festigkeiten bei gleichem Durchmesser zu erreichen. Sie ist extrem reißfest, wesentlich leichter und gleichzeitig stärker als Stahl.

1970

Maschinenbau im eigenen Haus

Der Erfindergeist der Gleisteiner macht bei hochmodernen Tauwerklösungen nicht Halt. In den 1970er Jahren wird mit dem Bau von Maschinen im eigenen Haus begonnen, um Lösungen für fast alle technischen Herausforderungen finden zu können. Bis heute werden spezielle Maschinen für besondere Projekte gebaut, die es so nur bei Gleistein gibt.  

1966

Wirtschaftswunder

Das in den 1950er Jahren einsetzende Wirtschaftswunder hilft Gleistein, sich endgültig von der Nachkriegszeit zu erholen. Die Belegschaft ist wieder auf 200 Mitarbeiter angestiegen und die Produktion hat den Vorkriegsstand erreicht. Um die neuen Chemiefasern noch besser verarbeiten zu können, schafft das Unternehmen 1966 den ersten Extruder an, dem bald ein noch modernerer folgt. Von nun an kann die Seilherstellung, aus Pulver oder Granulat, im eigenen Haus erfolgen. Ein ebenfalls neu angeschaffter Quadratflechter flicht die typisch quadratisch aussehenden Festmacherleinen. Ein neues Verwaltungs- und Fertigungsgebäude wird 1967 errichtet. Eine 30-Tonnen-Reißmaschine vergrößert das Labor und ermöglicht ganz neue Versuchsbereiche im eigenen Haus. Ab jetzt sind neuen Innovationen keine Grenzen mehr gesetzt und Gleistein bringt regelmäßig eigene Tauwerklösungen auf den Markt, die hier nur noch beispielhaft Erwähnung finden können

1960

Nylonseile

Das erste Nylonseil hat das Werk verlassen. Die größeren Fangschiffe der Hochseefischerei brauchen modernere Netze. Gleistein lernt deshalb das Stabilisieren von Nylongarn, der sonst im Wasser schrumpfen und Festigkeit verlieren würde.

1947

Erster Einsatz von Chemiefasern

Das Aufkommen der Polyamidfasern führt zu einer radikalen Wende in der Seilherstellung. Es beginnt ein neues Zeitalter der Produktion. Sisal- und Manilaseile werden schrittweise verdrängt, weil der Rohstoff preiswerter und die Verarbeitung einfacher wird. So werden die Preise für Polypropylenseile konkurrenzfähig, ihre Qualität ist besser und konstant. Bei gleichem Durchmesser wiegen sie weniger, saugen sich nicht mit Wasser voll und sind schwimmfähig. Diese Eigenschaften weiß ein Seemann spätestens dann zu schätzen, wenn solch ein Seil ins Wasser gefallen ist: Es geht nicht unter, es dreht sich nicht in die Schraube.

1933

Die mit Abstand härteste Zeit der letzten 200 Jahre

Wie übersteht ein Unternehmen die Machtergreifung eines Diktators, den zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit, während es sich gerade erst von der riesigen Inflation nach dem ersten Weltkrieg erholt? In dieser Zeit gilt es, kein Aufsehen zu erregen und außergewöhnliche Lösungen zu finden, um mit den vorhandenen Möglichkeiten auszukommen. Dank taktischem Vorgehen gelingt es den Geschäftsführern, Carl Rasch und Hans Paul, bis zum Ende des dritten Reiches erfolgreich um einen Parteieinstieg herumzukommen. Ein Report des britischen Geheimdienstes zeigt nach Kriegsende, wie sich die Tauwerkproduktion verändert hat. Weil ein erheblicher Rohstoffmangel entstanden ist, nimmt das Herkulestauwerk eine Ersatzfunktion ein. Stattdessen werden Seile nun aus Faserabfällen, Spinnabfällen, Altmaterial und Garnen aus gedrehten Papierstreifen hergestellt. Die Produktion beschränkt sich fast ausschließlich auf Erntebindegarn und Fischernetze. Die guten Beziehungen zur Fischerei sind es auch, die den Gleisteinern in dieser Zeit immerhin ihre Ernährungsgrundlage sichern. So werden Netzgarne gegen Frischfisch und Verteilung der Fische im Betrieb getauscht. Die Darre, eine Vorrichtung zur Trocknung geteerter Seile, wird kurzerhand zur Dörrvorrichtung für Fisch umfunktioniert.

1924

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Gleistein feiert sein 100-jähriges Bestehen. Ein Gruppenfoto aller Mitarbeiter und Eigner sowie deren Kinder und damit zukünftigen Eignern – kunstvoll aufgebaut und sicherlich nicht in einer flüchtigen Viertelstunde entstanden – zeugt noch heute davon, wie familiär es bei den Gleisteinern zuging.

1920

Grundlagen­forschung zur Normierung und technischen Berechnung von Seilen

Dem ersten Weltkrieg folgt eine starke Inflation. Geschäftsführer sind zu dieser Zeit Bernhard Rasch, der Schwiegersohn von Georg Gleistein, und sein Bruder Georg Rasch. Dank ihrer Sparsamkeit und Verbissenheit schaffen sie in dieser Zeit trotzdem den Pachtvertrag zu beenden, das Firmengrundstück zu kaufen und den Betrieb von Jahr zu Jahr zu vergrößern. 

Schon damals wusste man, dass eine ständige Entwicklung von Unternehmen und Produkten gefordert ist, um sich auf dem Markt zu behaupten. Deshalb wird 1920 im Hause Gleistein mit umfangreichen und kostenintensiven Normungsarbeiten begonnen. Der heterogene Rohstoff aller Naturfasern wird durch gezieltere internationale Qualifikationsklassen rechenbarer gemacht. Der Erfahrungsschatz der alten Seiler wird so zunehmend durch den Rechenschieber und Stichprobenserien ergänzt. Hier wird der Grundstein für Gleistein als technologisches Unternehmen an der Weltspitze gelegt.

1890

Erster Vertrieb von Herkulestauwerk

Das Aufkommen neuer Fasern wie Sisal und Manila ermöglicht neue technische Produkte. Schleppnetzfischer werden von nun an mit Herkulestauwerk, einem Kombinationsseil aus Drahtlitzen mit textiler Umlegung, ausgerüstet.

1868

Rückschläge als Chancen nutzen

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts muss Gleistein gleich mehrere große Hürden überwinden. Schneemassen und Wind bringen die Reeperbahn zum Einsturz und zwei Brandkatastrophen zerstören große Teile der Produktionsstätte. Dank der Weitsicht der damaligen Geschäftsführung wird der Wiederaufbau als Chance für technische Modernisierung genutzt. Die Produktionsfläche wird vergrößert und alte Maschinen werden ersetzt.

1864

Herstellung von Drahtseilen erweitert die Anwendungsbereiche

In diesem Jahr folgt der nächste Schritt in die Zukunft: die Aufnahme der Herstellung von Drahtseilen. Dieser Vorgang erfolgt zuerst kräfteraubend von Hand, in den Folgejahren dank technischer Entwicklung mechanisiert.

1856

Die Einführung der Dampfmaschine

Die Einführung der Dampfmaschine verändert die Arbeitsweise in großen Schritten und katapultiert Gleistein ins Industriezeitalter.

1855

Einführung der Spinnmaschine als erster Betrieb in Deutschland

Der Sohn des damaligen Geschäftsführers, Johann Gleistein, kehrt von seinen Wanderjahren aus Frankreich zurück. Seine künstlerische Veranlagung kommt besonders in den technischen Zeichnungen zur Geltung, die er während der Hospitation in französischen Seilereien angefertigt hatte. Auf seiner Reise hatte er wertvolle Erfahrungen und neue Ideen gesammelt. Er bringt unter anderem die moderne Technik der Spinnmaschine aus Frankreich mit. Als erster Seilereibetrieb in Deutschland führt Gleistein die Maschinen ein. Nachdem die Garne aus Hanf jahrelang mithilfe eines pferdebetriebenen Göpelwerks oder von Hand ausgesponnen werden mussten, kann dies nun mechanisch geschehen. 

 

1824

Gründung und erste Firmenjahre

Als Transportmittel stehen zu Beginn des 19. Jahrhunderts – neben Pferdewagen und den eigenen Beinen – nur Schiffe zur Verfügung. Absperrungen und Zoll erschweren die Seefahrt, das Leben ist anstrengend und karg. Die Schifffahrt begrenzt sich noch auf Flüsse und Seen, die Amerika-Schifffahrt kommt erst langsam auf.

Nachdem die drei Weser-Anrainerstaaten im Jahr 1824 eine Weserschifffahrtsakte aushandeln und der Amerikahandel an Fahrt gewinnt, entwickelt sich Vegesack immer mehr zum Schiffbauort. Der Schiffskapitän und Reeder Jürgen Gloistein, später verhochdeutscht Georg Gleistein, weiß diese Gelegenheit zu nutzen und gründet gemeinsam mit seinem Sohn die Tauwerkfabrik Geo. Gleistein & Sohn.